Im 11. Jahrhundert war Planina in Besitz der Gräfin Hemma von Gurk bzw. ihres Mannes Wilhelm II., Grafen aus Friesach und den Markgrafen an der Sann. Mit dem Mord an Wilhelm und dem Tod seiner beiden Söhne ist dieser Zweig der Babenberger nach vor der Mitte des 11. Jahrhunderts ausgestorben. Mit dem riesigen Besitz ihrer Vorfahren und der Familie Wilhelms gründete die Gräfin Hemma 1043 in Gurk ein Frauenkloster, dem sie etliche Landgüter, unter ihnen auch das Landgut von Planina, spendete. 1072 hat der Erzbischof Gebhard von Salzburg das Frauenkloster aufgehoben und an dessen Stelle das erste Bistum in Kärnten gegründet. Planina wurde so zu einem von fünf Hauptlehen (Feuda principia) des Bistums Gurk. Die Entstehung der Burg hängt mit der Verteidigung das Sotla-Flußgebietes vor den Ungarn zusammen, mit der der Erzbischof seine Ministerialen beauftragt hat. Die Burg wurde wahrscheinlich im letzten viertel des 12. Jahrhunderts errichtet, es ist aber durchaus möglich, dass auf dieser Stelle eine kleinere Festung oder Hof schon im 11. Jahrhundert vorhanden waren. Der erste bekannte Besitzer der Burg hieß Ortolf (von Planina), der in den Urkunden unter dem ursprünglichen Namen Ortolfus de Munparis erstmal im Jahr 1190 erwähnt wurde. Der Name von Planinas Burg Montparis, Montpris oder Montpreis kommt aus dem Romanischen und heißt in der Übersetzung so etwas wie Berg des Ruhms, der Ehre, des Preises…, was gleichzeitig auch von der Beliebtheit der südfranzösischen Hofepik unter dem Adel ostalpinen Raumes zeugt. Zur ungefähr selben Zeit als Planina bekam Ortolf auch Podsreda, noch ein Lehen des Bistums Gurk und wurde damit zum mächtigsten Vasallen des Bistums. Seine Güter erstreckten sich um die Flüsse Save und Sotla. Seine Tochter Herrada heiratete Friderik IV. von Ptuj und sein Sohn Ulrich nahm Adelheide, die Tochter Hartnids II. von Ptuj, zur Frau. Ulrichs Ehe blieb kinderlos und so starb die Familie von Planina aus. Das Erbrecht fiel in die Hände von Ulrichs Nichte Geburga II., die mit Heinrich III. von Scharfenberg (Svibno) geheiratet hat. Mit Heinrich bzw. dem Planina-Svibno Bündis erlebte die Herrschaft von Planina einen schnellen Aufschwung sowohl in politischer als auch in wirtschaftlicher Hinsicht, der aber letzten Endes doch schwand. In der Mitte des 14. Jahrhunderts, im Jahr 1345, ging das Landgut von Planina in die Hände Frideriks von Celje und seiner Familie über, aber das goldene Zeitalter war längst vorbei. Nach dem Tod des letzten Grafen von Celje, im Jahr 1456, fiel die Burg in die Hände der Landschaft und hatte verschiedene mehr oder weniger erfolgreiche Pächter. Unter ihnen waren z.B. Jost Joseph bzw. der Baron von Thurn, der die Burg gründlich erneuern lies, Familie Moscon, Anton Protasi, dr. Jožef Gorišek und viele andere. Graf Gustav von Blome übernahm das Anwesen im Jahr 1863 und für einen Augenblick lang schien die Burg einer besseren Zukunft entgegen zu sehen. Der neue Besitzer wendete sich an den Wiener Architekten Hansen, der ihm aber eine tief greifende Erneuerung abriet. Der Grund dafür war ein dreißig Meter hoher Überhang auf dem die Burg steht und die angeblich keiner weiteren Belastung Stand halten könnte. Am Fuße der Burg ließ von Blome so ein kleineres Schloss errichten, während die alte Burg leer blieb. Auf den endgültigen Untergang der Burg musste man nicht mehr lange warten. Wegen der Steuer auf die Größe der Dachoberfläche wurde das Dach aufgedeckt und die Balken im oberen Geschoss entfernt. Wenn wir dazu noch ein Erdbeben hinzuzählen, dann können wir leicht verstehen, wieso aus der Burg in relativ kurzer Zeit eine mit Efeu bawachsene Ruine und ein Nesplatz für Vögel wurde. Nur noch Haufen geschütteter Steine hüten die längst vergessenen Geheimnisse und Geschichten.
Das Jahr 2003
Wir sind zu dem Entschluss gekommen, dass wir die Geheimnisse bewahren und zugleich eine neue Geschichte schreiben werden. Zusammen mit dem Amt für die Erhaltung des Kulturerbes haben wir im Jahr 2004 mit einem konservatorischen Eingriff begonnen.
…und unser Zeil?
Die jahrhundertjährigen Burgmaueren aufleben zu lassen und eine Geschichte mit glücklichem Ende zu schreiben.